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Am 13. März 2001 erblickte die Digital Process Factory (DPF) das Licht der Welt. Es war eine andere IT‑Welt: Windows XP war neu, „Harry Potter und der Stein der Weisen“ lief im Kino. Cloud wurde von Amazon gerade erst erfunden und Microservices oder Container erblickten erst Jahre später das Licht der Welt. .
Seitdem hat sich nicht nur die IT radikal verändert, sondern auch die Art, wie Unternehmen mit Daten, Dateien und Dokumenten umgehen. Was gleichgeblieben ist: Der Bedarf, komplexe Prozesse zuverlässig, nachvollziehbar und automatisiert abzuwickeln. Genau dafür wurde die DPF entwickelt – und dafür wird sie heute neu gedacht.
Mit der aktuellen Weiterentwicklung hin zu Clusterfähigkeit, Containern und einer engen Integration in die PLOSSYS® Output Engine (siehe: Digital Process Factory: Weiterentwicklung für eine moderne Plattform) haben wir die DPF auf eine moderne, zukunftssichere Plattform gehoben. Zeit, sich anzusehen, was die DPF eigentlich kann – und warum Unternehmen sie brauchen.
Was ist die Digital Process Factory?
Die Digital Process Factory ist die Entwicklungs- und Laufzeitumgebung von SEAL Systems, um Prozesse zur Verarbeitung von Daten, Dateien und Dokumenten zu entwerfen, zu steuern und hochautomatisiert auszuführen.
Im Kern besteht die DPF aus sogenannten Working Units – kleinen, standardisierten Verarbeitungsbausteinen, die sich zu flexiblen Prozessketten kombinieren lassen. Typische Aufgaben solcher Working Units sind zum Beispiel:
- Datenbeschaffung: Abholen von Informationen aus SAP, DMS, Portalen, Dateisystemen oder Fachanwendungen
- Konvertierung: Umwandlung von mehr als 50 Eingangsformaten (Office, CAD, neutrale Formate etc.) in standardisierte Zielformate wie PDF, PDF/A oder TIFF
- Stempelung & Anreicherung: Hinzufügen von Metadaten, Signaturseiten, Freigabeinformationen, Wasserzeichen oder Kopf-/Fußzeilen
- Rückmeldung und Rückspeicherung: Übergabe von Ergebnissen an SAP, Archivsysteme, Redaktionssysteme oder andere Zielapplikationen
- Monitoring & Benachrichtigung: Überwachung von Prozessen, Statusrückmeldungen und automatische E-Mail-Benachrichtigungen im Fehler- oder Erfolgsfall
Wesentlich dabei: Programmierung wird weitgehend durch Konfiguration ersetzt. Statt individuelle Skripte oder Services zu bauen, werden standardisierte Module zu einem Prozess zusammengesetzt. Das macht Lösungen wiederverwendbar, wartbar und gut skalierbar.
Was kann die DPF konkret? Beispiele aus der Praxis
Die DPF ist keine theoretische Plattform, sondern das Rückgrat vieler produktiver Prozesse bei unseren Kunden. Ein paar typische Einsatzszenarien:
1. Qualitätsgesicherte Dokumentkonvertierung und Archivierung
Mit der Conversion Suite für SAP bildet die DPF die technische Basis für Konvertierungsprozesse:
- Konvertierung von Office‑, CAD‑ und weiteren Formaten in PDF/PDF/A oder TIFF
- Ereignisgesteuerte Konvertierung, z. B. beim Statuswechsel eines Dokuments in SAP
- Zentrale Überwachung und Administration über das SEAL Conversion Cockpit
- Protokollierung, Statistikfunktionen, Benachrichtigungen bei Fehlern
- Skalierbare, verteilte Systemlandschaften – inklusive Lastverteilung und Prioritätensteuerung
Ergebnis: Unternehmen stellen sicher, dass ihre Dokumente in einem standardisierten, langzeitfähigen Format vorliegen und sich in SAP, DMS oder Archiv zuverlässig weiterverarbeiten lassen.
2. Direct Publishing: Automatisierte, individuelle Dokumenterstellung
In Direct‑Publishing‑Szenarien übernimmt die DPF die Rolle der zentralen Ablaufsteuerung:
- Einsammeln von Daten und Dateien aus verschiedenen Quellen (z. B. SAP, Redaktionssystem, Lieferantendokumentation)
- Zusammenführung zu einer konsistenten Publikation, inkl. Layout, Paginierung, Inhaltsverzeichnissen und Lesezeichen
- Ergänzung um Signaturseiten, Firmeninformationen und weitere Pflichtinhalte
- Ausgabe als Druckdokument, PDF oder PDF/A – auch mehrsprachig
Ein Beispiel: Unser Kunde Ottobock, ein Hersteller von Rollstühlen, nutzt die DPF, um individuelle Gebrauchsanweisungen pro Fertigungsauftrag zu erzeugen. Die DPF übernimmt dabei:
- Aufbereitung der Konfigurationsdaten aus SAP
- Übergabe an das Redaktionssystem
- Rücknahme der erzeugten PDF‑Dokumente
- Druck in der Fertigung und Ablage am Fertigungsauftrag in SAP
Das reduziert Druck‑ und Lagerkosten, erhöht die Nutzerfreundlichkeit der Dokumentation und macht den gesamten Prozess deutlich flexibler. Die ganze Success Story lesen sie hier.
Was macht die neue DPF‑Generation anders?
Mit den aktuellsten Weiterentwicklungen heben wir die DPF auf ein neues technisches Niveau:
- Microservice‑Architektur und Container: Die DPF läuft containerisiert, ist cloud‑fähig und lässt sich flexibel skalieren.
- Clusterfähigkeit: Hohe Lasten und kritische Prozesse können hochverfügbar und performant betrieben werden.
- Gemeinsame technische Basis mit der PLOSSYS® Output Engine: Workflow‑Steuerung und Output‑Management greifen nahtlos ineinander.
- Kompatibilität: Bestehende Prozesse und Working Units funktionieren weiter. Der bewährte DPF‑Tracker als Admin‑Oberfläche bleibt erhalten.
Für bestehende Kunden bedeutet das: Der Weg in eine moderne, containerisierte Plattform ist möglich, ohne alle Prozesse neu bauen zu müssen. Für neue Projekte entsteht eine zukunftsfähige Grundlage, auf der weitere Services und Funktionen aufsetzen können.
Warum Unternehmen heute eine Plattform wie die Digital Process Factory brauchen
Viele Unternehmen stehen aktuell vor ähnlichen Herausforderungen:
- Dokumente und Daten liegen verteilt in SAP, PLM, DMS, File Shares, Cloud‑Systemen und Spezialanwendungen
- Prozesse sind historisch gewachsen und bestehen aus manuellen Schritten, Skripten und Punkt‑zu‑Punkt‑Integrationen
- Regulatorische Anforderungen (Compliance, Nachvollziehbarkeit, Langzeitarchivierung) steigen
- Gleichzeitig wächst der Druck, effizienter zu werden und digitale Services schneller bereitzustellen
Hier setzt die DPF an – mit drei zentralen Mehrwerten:
1. Standardisierung statt Insellösungen
Statt für jeden Fachbereich eigene Tools und Skripte zu betreiben, bietet die DPF eine einheitliche Plattform:
- Gleiche Architektur und Werkzeuge für Konvertierung, Publishing, Prüfung, Distribution
- Wiederverwendbare Bausteine (Working Units) und Prozessketten
- Einheitliches Monitoring und Logging über alle Prozesse hinweg
Das reduziert Komplexität, senkt Wartungsaufwand und erleichtert den Betrieb.
2. Automatisierung und Skalierbarkeit
Ob hundert Dokumente am Tag oder hunderttausend, mit der neuen Microservice‑ und Cluster‑Architektur passt sich die DPF an den tatsächlichen Bedarf an:
- Automatische, ereignisgesteuerte Verarbeitung (z. B. bei Statusänderungen in SAP)
- Parallele Verarbeitung und Lastverteilung über mehrere Knoten
- Hohe Verfügbarkeit für geschäftskritische Prozesse
Unternehmen gewinnen dadurch Planbarkeit und Stabilität in Bereichen, die früher von manuellen Tätigkeiten und Einzellösungen geprägt waren.
3. Zukunftssicherheit und Investitionsschutz
Mit der Weiterentwicklung der DPF verfolgen wir ein klares Ziel: Unternehmen sollen ihre bestehenden Prozesse weiter nutzen können – und gleichzeitig bereit sein für neue Anforderungen:
- Kompatible Weiterentwicklung: Bestehende Working Units bleiben lauffähig.
- Offene Architektur: Integration weiterer Systeme und Services ist möglich, ohne die Basis zu verändern.
- SaaS‑Tauglichkeit und Cloud‑Readiness: Unternehmen können selbst entscheiden, ob sie on‑premises, hybrid oder in der Cloud betreiben wollen.
Gerade in Zeiten, in denen Technologiezyklen immer kürzer werden, ist eine solche Plattform ein wichtiger Baustein, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.
25 Jahre Erfahrung als Basis für die Zukunft
Seit 2001 begleitet die Digital Process Factory Unternehmen dabei, Daten, Dateien und Dokumente zuverlässig zu verarbeiten. Aus der ursprünglichen Ablaufsteuerung ist heute eine moderne, containerfähige Plattform geworden, die:
- komplexe dokumentzentrierte Prozesse standardisiert und automatisiert
- sich nahtlos in SAP, PLOSSYS® und andere Unternehmenssysteme integriert
- Skalierbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Zukunftssicherheit vereint
Gerade jetzt, wo viele Unternehmen ihre IT‑Landschaften modernisieren, ist die DPF ein starkes Werkzeug, um bestehende Prozesse zu stabilisieren und gleichzeitig den Schritt in eine moderne, cloudfähige Architektur zu gehen.