Abkündigung von Adobe LiveCycle ES

von  Dr. Uwe Wächter

Die LiveCycle Server von Adobe sind eine Familie von Serverprodukten. Sie dienen für die Lösung unter­schiedlicher Anforderungen durch dokument­behaftete Geschäftsprozesse. Darin werden unter anderem diverse PDF-Funktionen, die von den Adobe Desktop-Produkten her bekannt sind, automatisiert. Nun hat Adobe kürzlich seine Kunden und Partner informiert, dass diese LiveCycle ES Plattform durch die neue Plattform Adobe Experience Manager (AEM) ersetzt wird. Wir erklären Ihnen, was das nun bedeutet.

Zu den Funktionen von Adobe LiveCycle ES gehören das Erzeugen von PDF aus MS Office, das Ausfüllen und Auslesen von Formularen, der Schutz durch ein Digitales Rechte­management (DRM), der Umgang mit digitalen Signaturen, Massendruck und andere. Auch die 3D-PDF-Erzeugung aus CAD-Daten der Firma Prostep basiert auf dieser Technologie. Basis dieser Technologie ist eine SOA Java Plattform. SEAL Systems hat die 3D PDF Erzeugung speziell für Kunden im SAP PLM Umfeld nutzbar gemacht und auch Zugriffschutz per DRM realisiert.

Adobe Experience Manager

Mit der Übernahme der Schweizer Firma Day 2010 gelangte Adobe in den Besitz des Enterprise Content Management Systems CQ5. Von Adobe wird dieses Produkt jetzt unter dem Namen Adobe Experience Manager als Plattform für die Erstellung, Verwaltung und den Betrieb von Web-Marketing-Inhalten positioniert. Gleichzeitig bildet AEM auch die neue Plattform für die bisher lösungsneutral als LC ES bekannten Server. Die von LC ES bekannte modulare Struktur findet sich in AEM-Umfeld nicht in der bekannten Form wieder. Stattdessen gibt es nun ein umfangreiches AEM-Basispaket. Wesentliche Funktionen aus der Produktpalette von LC ES bilden jetzt dazu einen Zusatz mit dem Namen AEM Forms. Der DRM Server aus der LC ES Suite ist wiederum ein optionaler Zusatz zu AEM Forms. Parallel zu AEM wird eine Reihe weiterer Werkzeuge für das Web-Marketing angeboten: für Trendanalysen, die Zielgruppenbestimmung, soziale Netze und Kampagnen. Das alles zusammen bildet die Adobe Marketing Cloud.

Migration

Adobe bietet derzeit für Bestandskunden von LC ES Servern die Weiterführung Ihrer vorhandenen Server für 3 Jahre an. Für jede Installation wird dazu ein separater Vertrag geschlossen. Mit Abschluss dieses Vertrags wird der ursprüngliche Lizenzkauf mit zusätzlichem Wartungsvertrag in eine Software-Miete inkl. Wartung zum gleichen Preis umgewandelt. Während dieser 3 Jahre muss der Kunde die Migration auf die AEM Plattform vollzogen haben. Dafür erhält er für den Zeitraum dieser 3 Jahre das Nutzungsrecht an seiner bereits lizenzierten LC ES Funktionalität, jetzt aber innerhalb AEM Forms. Die LC ES der aktuellen Version 4 sind zum 31.03.2018 abgekündigt. Weiterentwicklungen auf aktuelle Betriebssysteme erfolgen nicht mehr. MS Servern 2008 R2 ist die aktuellste unterstützte Windows Plattform.

Bestandskunden

Wir von SEAL Systems werden unsere Bestandskunden optimal bei der Umstellung auf AEM Forms unterstützen. So haben wir unsere Integration der LC ES in unsere Konvertierungs-Plattform Corporate Conversion Server (CCS in DPF-Technologie) auf die Schnittstellen von AEM umgestellt. In Kürze werden wir an unsere Bestandskunden mit konkreten Migrationsvorschlägen herantreten.

Alternativen

Für Neukunden gibt es Alternativen zu Adobe: Im Bereich der Erzeugung von PDF aus diversen Formaten inklusive Applikationsformaten (Office und CAD) bieten wir ihnen schon seit vielen Jahren eigene Lösungen an. Nach Umstellung auf die Automatisierung applikationseigener Exporte kann ausreichend hochwertiges PDF erzeugt werden (Stichwort: tagged). Ebenfalls können wir mit einer eigenen Lösung die Anpassung von vorhandenen PDF-Dateien an die PDF/A Norm vornehmen – für alle Parts und Level der Norm. Als neueste Weiterentwicklung steht auch die Erzeugung von PDF/A-2 aus verschachtelten PDF-, Office-, Bild- und Container-Dateien zur Verfügung. Unsere Partnerfirma Prostep hat ihr eigenes Produkt 3D PDF Generator Server ebenfalls bereits auf die Plattform AEM umgestellt. Lösungen für digitale Signaturen schaffen wir seit mehreren Jahren mit dem SignLife  Server unserer Partnerfirma Intarsys. Für den Dokument­schutz mittels eines Digitalen Rechtemanagements stehen alternative Lösungen zur Verfügung, die wir derzeit in ersten Projekten einsetzen.

Ausblick

Durch den wesentlichen größeren Funktionsumfang von AEM Forms sind natürlich auch die Lizenzkosten wesentlich höher, als für einen LC ES. Für alle Firmen, die die hohen Lizenzkosten scheuen oder den ganzheitlichen Ansatz von Adobe nicht mitgehen wollen, bieten wir alternative Lösungen an.  Abzuwarten bleibt, wie mit Konvertierungslösungen umgegangen wird, die bisher standardmäßig einen Adobe LC ES integriert hatten, wie z.B. der Konvertierungs-Dispatcher zu Teamcenter von Siemens PLM. Aber auch dafür bietet SEAL Systems mit DOC4TC einen vollwertigen Ersatz.

 

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